| Klagetrommel aus Asphalt | ||
| Klagetrommel aus Asphalt Die der Regen des Sonntags rührt. Du dort irrst durch des Abends Dunst. Keine Tür, die dich lockt Nirgendwo ein Stein, der dich stützt. Wohin du flohst Deine Sehnsucht hat noch immer dich ereilt. Bleicher Heros wunden Mals Uns berührt deine letzte Lust. Auf dem Kreuzwege lagst du tot. Teurer Kopf tief im Kot. Trommelwirbel stöhnt durch den Dunst. Dich, flüchtges Kind Holte heim des Sonntags zauberische Macht. |
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| Psalm für den heiligen Musiker | ||
| Er streunt zur Nacht umher durch städtischen Glast Verramscht für Geld ein Stück Musik Sein Hut aus Stroh, die Fiedel zerkratzt; Da fährt die Hand zurück Gerad wie beim Kind im Tod. Von Zeit zu Zeit lädt ihn der Bahnhof zu Gast Dort weist entleert ins Nichts sein Blick. Kein Zug, der je hinweg mit ihm rast; Ihn ziehts nach dort zurück Wo nur Musik sonst lebt. |
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| Die heilige Mutter | ||
| Die dunklen Pfade dieser Welt Verwehn im Staub nach meinem Haus hin Die Kinder der Nacht, vom Licht erhellt Wolln forsch hinausziehn. Als ihr Talisman Begleitet sie ein Stern Kreuzt ihr Herz der Schützenkugel Bahn Der Stern fällt dann nicht, er prangt von fern. Liebste Mutter, sei mir gut, hör mich an: Bleibt auch mein Stern nachher droben stehn Tue so, als wäre nichts geschehn. |
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| Halleluja-Kalamatianos für die Märtyrer Partisanen | ||
| Mahnt uns ein Mensch, heißt Manolios. Ging zur Schule In fremden Stiefeln, geborgt, Größe zwei. Er aß das bittere Brot der blanken Not. Wann zog er los von hier? Mahnt uns der Mensch Manolios. Wir wissen, er war Partisan Fing den bitteren Schuß einer blitzblanken Wut. Ach, Februar Uns mied noch der März. |
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| Mahnt auch uns ein Mensch, heißt Thomas. Wirr war sein Sinn Es heißt, die Bauern trieben derb mit ihm Spaß Denn auf den Bergrücken sah er manchen Tags Unsre Madonna knien. Uns mahnt auch der Mensch Thomas. Er flog samt dem Zug in die Luft. Kurze Stunden danach Sahn verworrenen Sinns Die Bauern die Madonna im Dorf. |
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| Tasos Livadhitis Aus dem Griechischen von Dirk Mandel |
| Anläßlich der deutschsprachigen Erstaufführung des Oratoriums Áxion Ésti in Dresden 1982 wurde Mikis Theodorakis um einen Kompositionsauftrag für den Dresdener Kreuzchor gebeten. Das Ergebnis, die Liturgie wurde vom Dresdener Kreuzchor 1983 uraufgeführt. Neben eigenen Texten arbeitete der Komponist in die Liturgie Teile seines Zyklus Ta lirika (Lyrische Lieder) von 1977 nach Gedichten von Tasos Livadhitis ein. Die Liturgie durchschreitet zwischen Abend- und Morgengebet eine Nachtwache. Mit ihr kehrte Theodorakis zu seinen eigenen musikalischen Wurzeln der Musik der griechisch-orthodoxen Kirche zurück und verknüpft sie mit traditioneller Volks- und moderner Chansonmusik. Textlich und musikalisch stellt die Liturgie eine Verbindung von Sakralem und Profanem her. |
| Der griechische Lyriker Tasos Livadhitis wurde 1922 geboren und war von 1948 bis 1952 infolge des Griechischen Bürgerkrieges (194649) deportiert. |
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